3. Schloss: 2005 bis heute

Das dritte Schloss von 2005 bis heute

1963-2005: Das Schlossareal als Parkfläche

Eine erste Parkanlage auf der Freifläche wurde bereits 1963 eröffnet, der Ausbau des sogenannten Schlossparks erfolgte 1973/74. Zu diesem Zeitpunkt stimmte die Stadt auch der Errichtung eines großen Kaufhauses, heute Galeria Kaufhof, neben dem Schlosspark zu. Der Gesamtplanung des Areals fiel die Bausubstanz der östlichen Friesenstraße fast vollständig zum Opfer, da man Museumswall und Park verbinden wollte. Als einzige Überreste des Schlosses verblieben vier Kapitelle des Portikus in einem Wasserbecken des Schlossparks. Kleinere Fassadenreste wurden zur Verzierung von Museumseingängen, Hotelhöfen und privaten Gärten verwendet. Der Großteil der aufwendig hergestellten Schlosssteine wurde zertrümmert und zu einem Rodelberg aufgeschüttet. Read more about 1963-2005: Das Schlossareal als Parkfläche

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2004: Entscheidung für den Wiederaufbau des Schlosses

Seit den 1980er Jahren gab es immer wieder Ideen, an frühere Schlossaufbaukonzepte anzuknüpfen. Aber erst der Wunsch eines Investors nach einem Einkaufszentrum im Schlosspark belebte die Diskussion. Es zeichnete sich alsbald ab, dass das Center nur mit gleichzeitigem Wiederaufbau des Schlosses realisiert werden sollte. Der Vertrag zwischen ECE-Management und Stadt wurde am 8. Juli 2003 unterzeichnet, von Gegnern angestrengte Klagen scheiterten, der Rat stimmte am 5. Juli 2004 mehrheitlich zu. Die Stadt entschied sich zur Nutzung von 13.000 qm des Schlossinneren durch kulturelle Einrichtungen.

Die vergrabenen Quader des Portikus und der Säulen wurden geborgen. Ca. 650 Steine konnten nach Plänen von 1960 wieder an ihrem ursprünglichen Platz eingesetzt werden. Der Portikus und die Freisäulen bestehen nun zu 90% aus Altsteinen. Auch in den Fassaden wurden Altsteine verbaut, die an ihrer dunkleren Farbe gut zu erkennen sind. Im März 2007 war das Schloss auf diese Weise weitgehend neu entstanden: die Dreiflügelanlage mit voller Geschosstiefe, originaler Dachlandschaft und fünf originalgetreuen Außenfassaden prägt seither wieder das Stadtbild. Read more about 2004: Entscheidung für den Wiederaufbau des Schlosses

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2008: Die Quadriga kehrt zurück

Ermutigt durch die Fortschritte des Wiederaufbaus entschloss sich die Braunschweiger Richard Borek Stiftung, den Höhepunkt des Figurenschmucks am Schloss, die Quadriga, auf der Grundlage der historischen Quadrigen von 1863 und 1868 als Geschenk an die Stadt wiederherstellen zu lassen.

In der Werkstatt Georg Howaldts entstand die erste Braunschweiger Quadriga, die Herzog Wilhelm von den Landesständen und dem Oberbürgermeister anlässlich seines 25-järigen Thronjubiläums geschenkt wurde.  1865 zerstörte ein Brand das Residenzschloss samt seiner Quadriga. 1868 wurde die Quadriga erneuert. Diese wurde im zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe zwar kaum beschädigt, aber anschließend von Buntmetalldieben geplündert.

In Polen fand man den geeigneten Partner für den Guss der dritten Quadriga: Die Gießerei DBA Emil Kosicki in Komorniki bei Poznań (Posen). Drei Jahre vergingen zwischen den ersten Modellen und der Aufstellung der 9,5 m hohen und 26,8 t schweren Bronzeplastik. Seit dem 23.Oktober 2008 bekrönt das Viergespann mit der Brunonia, der Braunschweigischen Schutzpatronin, nun wieder das Schloss.

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Heute: Das neue Braunschweiger Residenzschloss – ein Schloss für die Kultur

Heute ist die Stadtbibliothek im rechten Flügel des Schlosses mit ihren jährlich 435.000 Besuchern der beste Beleg für die breite Akzeptanz der Kultureinrichtungen im Schloss. Ähnliches gilt für die übrigen Institutionen wie Stadtarchiv, Veranstaltungszentrum Roter Saal und natürlich auch das Schlossmuseum. Bei der Außengestaltung hat sich der von allen Beteiligten getragene Grundsatz der größtmöglichen Originaltreue bewährt. Das neue Residenzschloss und der großzügige Schlossplatz werden von der Bevölkerung angenommen und sind wieder zu organischen Bestandteilen des Stadtzentrums geworden.

Text: Dr. Bernd Wedemeyer / bearb. Anne-Kristin Rullmann Read more about Heute: Das neue Braunschweiger Residenzschloss – ein Schloss für die Kultur

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